Das Jahrbuch Weichsel-Warthe 2021 ist erschienen!
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Das 67. Jahrbuch ist erstellt! Das Motto des diesjährigen Jahrbuchs ist „Die Pest u. a. Menschheitsplagen seit der Polnischen Adelsrepublik bis heute“. Das Titelbild ist den besonderen Umständen des Jahres 2020, der Pandemie, gewidmet, die es – neben anderen Menschheitsplagen – auch in früheren Zeiten gab. Die Pandemie hat alles durcheinander gewirbelt, aber die wichtige, völkerverständigende und weiterbildende Arbeit nicht aufhalten können.

Von Dr. Martin Sprungala

Jahrbuch Weichsel-Warthe 2019Das Titelbild zeigt oben links eine historische Darstellung eines mittelalterlichen Pestarztes mit Atemschutz und symbolische heutige Darstellung einer Frau mit Mund-Nasen-Schutz. Darunter befindet sich eine Zeichnung aus der Zeit der Pest von 1709/10 im Posener Fraustadt (Wschowa). Die Bürger tragen die Särge der Verstorbenen aus der Stadt heraus auf den der sogenannten Altstädtischen Kirchhof - „extra muros“.
In seinem „Geistlichen Wort“ zeigt Pastor Dawid Mendrok, wir sich die kirchliche Arbeit in Zeiten von Corona verändert hat und erinnert daran, daß wie alle die Gemeinschaft brauchen.

Auch im vergangenen Jahr hat die Landsmannschaft Weichsel-Warthe (LWW) den Verlust von altbewehrten Mitarbeitern und Freunden zu beklagen.
„In Memoriam Alice Hess“ erinnert der Bundessprecher an das LWW-Urgestein Alice Hess, die der LWW über Jahrzehnte als Frauenreferentin diente und bereits Ende der 60er Jahr ihre BundesgeschaÅNftsführerin war. Auch einen wertvollen Jahrbuchautor, einen gebürtigen Schlesier und Posen-Freund, verlor die LWW. „In Memoriam Helmut Neubach“ erinnert der Jahrbuchredakteur, Kulturreferent und Bundessprecher, Dr. Martin Sprungala an Leben und Werk seines Freundes.

Das Kalendarium wurde überarbeitet. Dies war seit Jahren vorgesehen. Die „Corona-Pause“ machte es möglich, diese Arbeit anzugehen und das Kalendarium mit den Gedenktagen zu modernisieren. Die Vignetten im Kalendarium widmen sich Bieretiketten von deutschen Brauereien aus der Zeit der Teilungen Polen-Litauens und der II. Polnischen Republik. Bier war in früheren Zeiten – auch in Notzeiten – ein überlebenswichtiges Grundnahrungsmittel für jung und alt.

Da es in diesem Jahr keine Bundesversammlung und Bundeskulturtagung gab, obwohl sich in diesem Jahr die Patenschaft des Landes Hessen über die LWW zum 30. Mal jährte, widmen sich die „Bunten Seiten“ der Aktiven Arbeit der LWW in den vergangenen Jahren.
Statt des sonst üblichen Hauptvortrags zur Bundeskulturtagung führt Martin Sprungala mit seinem Vortrag „Eine kleine Epidemiengeschichte Polens“ in die gesundheitlichen Bedrohungen früherer Zeiten ein.
Auch sein Beitrag „Valerius Herberger – der Pestpfarrer von Fraustadt“ beleuchtet ein Pestgeschehen im 17. Jahrhundert und wie mutige Kirchenmänner mit Rat und Tat dagegen ankämpften.

Im Jahr 2020 jährte sich das Kriegsende zum 75. Mal, verbunden mit der Debatte, ob der 8. Mai ein Tag der Befreiung war. Für die Deutschen aus dem LWW-Gebiet ist diese Frage eindeutig beantwortet worden. Pastor Georg Sichler (1934-2012) brachte es vor Jahren in einer Sitzung auf den Punkt. Befreiung war es für viele, aber nicht für die Deutschen aus Polen. Er wurde an jenem Tag verprügelt, weil er ein deutsches Kind war, und die Leiden seiner Familie durch Zwangsarbeit, Lager, Flucht und Vertreibung begann.
An die Zeit des Krieges und seines Endes erinnern die Beiträge von Armin Hirsekorn „Einige Gedanken zur Integration der Flüchtlinge im Nachkriegsdeutschland“, Bernd v. Bülow „1939 – am anderen Ende des Reiches“ – ein Bericht über die Evakuierung im Westen Deutschlands bei Kriegsbeginn.
Elfriede Eichelkraut erinnert an ihren Schulabschluß bei Kriegsende in „75-Jähriges Abitur- Jubiläum an der Staatlichen Walter-Flex-Oberschule Leipe (Lipno)“ und dankt den heldenhaften Tieren mit einer „Hymne auf ein Flüchtlings-Treckpferd“. Der Integration der Flüchtlinge nach dem Krieg dienten in der LWW vor allem seine drei Hilfskomitees, die viele heute bereits unbekannte Untergruppen hatten.
An eine solche erinnert Hans- Werner Carlhoff, der Vorsitzender einer dieser Untergliederungen ist, in seinem Beitrag „Hoffnung und Hilfe als Auftrag – Fast vergessene Hilfskomitees im deutschen Südwesten“ Bernd v. Bülow schließt für sich ein Thema ab, das sich um das „Exiner Taufsilber“ dreht.
Aus dem Nachlaß von Günther Raatz erreichte die Redaktion seine „Erinnerungen an meine Schulzeit auf den Schlössern Reisen und Wollstein“.
An „Erhard Wittek – ein Erzähler der Grenze“ erinnert Rolf Stolz in seinem analytischen Beitrag. In den frühen Jahrbüchern Weichsel-Warthe war Erhard Wittek oft vertreten und heute fast schon vergessen?

Beim Posener Geschichtsseminar referierte der gebürtige Glogauer Robert Kedzierski über „Die Entstehung des Fürstentums Krotoszyn im Jahre 1819 im Großherzogtum Posen“.
Wolfgang Reith stellt „Racot – einen kleinen Ort mit großer Geschichte“ vor, dessen Geschichte sich mit einer Schule im Ruhrgebiet verband, über den der Autor anschließend in „Deutsch-polnischer Schüleraustausch: Duisburg-Racot“ schreibt.
Die Olympischen Spiele in Tokio fielen im Jahr 2020 auch infolge der Pandemie aus. Aber über „Posener Olympioniken“ früherer Zeiten kann Harald Schäfer berichten.
Mit der Geschichte einer Tageszeitung beschäftigt sich Martin Sprungala in „Das ‚Posener Tageblatt‘ (1861/79-1939) und seine Vorgängerin“. Bewußt faßte er diese Zeit mit seiner Vorgängerin, der „Ostdeutschen Zeitung“ zusammen und nicht wie in Internetlexika nun üblich mit der NS-Anschlußzeitung „Ostdeutscher Beobachter“.
Renate Sternel suchte und fand „Posener Spuren in Frankfurt (Oder)“.
Posener haben nicht nur in anderen Städten ihre Spuren hinterlassen, sondern bildeten die gesamte Bandbreite menschlichen Lebens ab. Es gab auch Nationalsozialisten unter ihnen, aber auch „Widerstand gebürtiger Posener gegen die nationalsozialistische Diktatur“, worüber Harald Schäfer berichtet.
In seinem folgenden Beitrag stellt daher Herr Schäfer auch „Julius Hochberger – einen Posener Architekten in Lemberg“ vor. Margarete Schönfeldt erinnert „Im Gedenken an Maria Eichel“, die der LWW in Thüringen starke Impulse gab und tiefe Spuren hinterlassen hat.
Ebenfalls an Maria Eichel erinnern ihre Töchter Susanne Taubert und Irene Kerstan mit dem Beitrag „Heimat ist mehr als ein Wort“.
In seinem letzten diesjährigen Beitrag erinnert Martin Sprungala an „Das Heimatlied der Wollsteiner“. Es folgen die Autorenkurzbiographien, die Anschriften der LWW-Organisationen und Einrichtungen, Werbung für Einzelmitglieder, sowie die Jahrbuchpaten.


Der Bezugspreis beträgt für das Einzelexemplar 12,00 € (europäisches Ausland und Übersee 15,00 €), bei Abnahme von 3-9 Exemplaren je 10,50 € und von mehr als 10 Exemplaren je 9,00 €.

Bestellungen bei:
Landsmannschaft Weichsel-Warthe,
Bundesverband e.V.,
65185 Wiesbaden,
Friedrichstr. 35 III.,
Tel. 0611 / 37 97 87