Das Jahrbuch Weichsel-Warthe 2018 ist erschienen!
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Das 64. Jahrbuch ist erstellt! Das Motto des diesjährigen Jahrbuchs ist die Erinnerung an das Ende des 1. Weltkriegs vor einhundert Jahren, verbunden mit den Konsequenzen für die Deutschen in den drei Teilungsgebieten. Hierzu gehört die Wiederentstehung des polnischen Staates, verbunden mit Kriegen gegen die Nachbarn und Aufstände wie den Großpolnischen Aufstand in der Provinz Posen. U. a. beschäftigen sich die Vignetten mit diesem Thema.
Von Dr. Martin Sprungala

Jahrbuch Weichsel-Warthe 2016Das Titelbild zeigt ein glorifizierendes Gemälde der Verhandlungen zum ersten Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918. Dieser Waffenstillstand beendete nicht nur den vierjährigen verlustreichen Krieg, sondern löste weitere Kämpfe um die besten Friedensbedingungen aus. Für Polen bedeutete dieser Kriegsverlauf das Wiedererstehen als Staat, aber auch gleichzeitig militärische Konflikte mit all seinen Nachbarn. Die „polnische Frage“, die das 19. Jahrhundert in der europäischen Politik mit bestimmte, blieb politisch ungelöst und wurde nun von Polen selbst militärisch entschieden.
Auch das Kalendarium nimmt sich des Titelthemas an und zeigt auf den Monatsseiten Bilder des Grauens des Krieges oder beschäftigt sich mit Polen und den Phasen seiner Wiedererstehung. In einem gesonderten Text zu den Vignetten stellt Dr. Sprungala die Hintergründe für die Bildauswahl dar.

Das geistliche Wort schrieb auch in diesem Jahr Altbischof Dr. Johannes Launhardt. Es folgen von Dr. Martin Sprungala zwei Nachrufe auf wichtige langjährige Mitarbeiter der LWW: den langjährigen Vorsitzenden des Heimatkreises Lodzer Industriegebiet und Leiter des Archivs Mittelpolen und Wolhynien in Mönchengladbach Edmund Effenberger, zudem über seinen Freund Leonhard v. Kalckreuth, den langjährigen Vorsitzenden des Heimatkreises Meseritz und Birnbaum, und Gründungsmitglied des „Deutschen Geschichtsvereins (DGV) des Posener Landes e.V.“.

Es folgt das Kalendarium und die „Bunten Seiten“ mit Fotos zu Aktivitäten der LWW im vergangenen Jahr und der Bundesversammlung und Bundeskulturtagung 2017 in Fulda.
Der nächste Beitrag von Wilhelm Tappert beschäftigt sich mit dem 2017 aktuellen Jubiläum, dem sich das Jahrbuch 2017 gewidmet hat, das aber – wie jedes Jahrbuch – bereits im Vorjahr entstand: „Fünfhundert Jahre Thesenanschlag Luthers in Wittenberg“.
Der Artikel „Sechs Jahrzehnte landsmannschaftliche Periodika der Deutschen aus Polen“ von Dr. Wolfgang Kessler ist eine sehr starke Verkürzung seines Vortrags der Bundeskulturtagung 2015.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Themenbereiche der LWW-Geschichte bearbeitet, so auch in diesem Jahr. Prof. Dr. Erich Müller berichtet „Über das Ortsgruppenleben in den Anfangsjahren unserer Landsmannschaft am Beispiel der LWW-Ortsgruppe Göttingen in den 1950er Jahren“, das er nicht nur aus eigenem Erleben, sondern auch aus der Arbeit und der Hinterlassenschaft seines Vaters Sepp Müller genauestens kennt. Renate Sternel beschreibt „Die Lissaer Schulgemeinschaft“, die sie in der Nachfolge von Pfarrer Dr. Walther Threde betreute. Der Lehrer Hartwig Berges entwirrt „Eine verwickelte Geschichte: Das LWW-Wappen in den Wappenfenstern der Espelkamper Ostlandschule“.

Seit 2015 bestimmt immer wieder das Thema Flüchtlinge und seine Vergleiche „1945 und heute“ die gesellschaftspolitische Debatte. Armin Hirsekorn stellt in seinem Beitrag „Als ein Flüchtling in Deutschland“ dar, wie es ihm 1945 erging. Weitere emotionale Standortbestimmungen liefern die folgenden Artikel. Margarete Schönfeldt erinnert sich an „Meine Großeltern“ und Rolf Stolz stellt seine persönliche Empfindungslage in „Was fühlen die Nachgeborenen, die Vertreibungserben?“ dar.
Viele Vertriebene und ihre Nachkommen beschäftigen sich mit der Spurensuche. Über ihre persönliche „Nachforschung im Staatsarchiv in Sieradz bei Lodz“ berichtet Olga Schmidt mit ihrem „Bericht über eine Reise im September 2011“.

Dr. Karol Górski fand eine Lebenserinnerung, die er mit seinen Recherchen in einen historischen Kontext stellte und die sehr gut zum diesjährigen Jahrbuchmotto paßt: „Der Posener Geschichtsroman „Piroggen und Pistolen“ von Michael Biebrach. Der Ausklang des Ersten Weltkrieges in Posen in den Augen eines minderjährigen, deutschen Zeitzeugen“.

Aus demselben Zeitraum und Themenkomplex stammt der Beitrag von Prof. Dr. Roman Dziergwa: „Friedrich Rutz und seine Chronik der evangelischen Gemeinde Neu Skalmierschütz 1916-1919. Die Wiedergewinnung der Unabhängigkeit durch Polen“

Mit deutschsprachigen Persönlichkeiten beschäftigen sich die folgenden Abschnitte. Harald Schäfer stellt „Jüdische Persönlichkeiten aus Galizien“ vor und Dr. Helmut Neubach stellt „Ferdinand Strasmann (1838-1931), den einzigen Berliner Ehrenbürger aus der Provinz Posen“ vor. Auch die weiteren Artikel stammen von H. Schäfer: „Die ‚Bonner Etikette‘ hat ihre Wurzeln in der Provinz Posen. Erica Pappritz aus Lissa – die ‚Anstandsdame der Nation‘ “ und „Karl Georg Ludwig Pfeiffer – ein Kasseler Arzt im polnischen Freiheitskampf 1830/1831“.

Eine besondere Archivalie erhielt Dr. Martin Sprungala aus Mittelamerika von den Nachkommen des Herausgebers, so daß er nun „Die Koschminer Zeitung“ vorstellen kann.
Aus seinem Arbeitsbereich der deutschen Katholiken aus Polen stammt die Darstellung über „Die Fehlener Wallfahrt“ im Zisterzienserklostergebiet im Südwesten des Posener Landes.

Der letzte Beitrag von Leonhard v. Kalckreuth zeigt nochmals seine typische, aufgeklärte und humanistische Haltung. Der Beitrag „Barbarischer Aberglauben“ beschreibt das begrenzte Denken der Menschen in früheren Zeiten. Ebenfalls ein sehr begrenztes Denken weist auch Elfriede Eichelkrauts etwas lustig klingende Geschichte „Wie die Brzezner zu der ersten Kuh kamen“ auf.

Ebenfalls aus dem Bereich Legenden und Vorurteilsgeschichten stammt „Die Legende von Bartek aus der Hölle“ von Regina Zielnica und Martin Sprungala.
Nicht legendär, sondern real ist die Darstellung von Dr. Sprungala über „Eine zielstrebige Karriere: aus bäuerlichen Verhältnissen zum Rittergutsbesitzer“. Er stellt darin den Lebensweg des August Rothe dar, der als Rittergutsbesitzer von Karge bei Unruhstadt starb.

Es folgen die Autorenkurzbiographien, die Anschriften der LWW-Organisationen und Einrichtungen sowie Schrifttumhinweise und die Jahrbuchpaten.
Den Abschluß des Jahrbuchs bildet in diesem Jahr ein Fotobeitrag von Martin Sprungala mit „Impressionen einer Reise in die Ukraine“.
Das Jahrbuch 2018 ist – wie immer – für jeden Heimat- und Geschichtsinteressierten zu empfehlen.


Der Bezugspreis beträgt für das Einzelexemplar 10,50 € (europäisches Ausland und Übersee 13,50 €), bei Abnahme von 3-9 Exemplaren je 9 € und von mehr als 10 Exemplaren je 8,45 €.

Bestellungen bei:
Landsmannschaft Weichsel-Warthe,
Bundesverband e.V.,
65185 Wiesbaden,
Friedrichstr. 35 III.,
Tel. 0611/379787